Wissen Sie, was Ihre Faszien alles für sie tun?

Um zu verstehen, warum die Faszien-Therapie so gut funktioniert, hilft es über allgemeine Hintergründe Bescheid zu wissen.

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Quelle: pixabay

1. Wie kann man sich Faszien vorstellen?

Faszien sind bindegewebige Häute. Haben Sie schon mal ein Stück rohes Fleisch verarbeitet? Dann sind Ihnen die milchig-weißen, zähen Häute bestimmt schon einmal aufgefallen.

Ebenso hüllen die Faszien beim Menschen die Muskeln ein und ermöglichen so ein verschieben einzelner Muskelschichten. Auch die Organe sind umhüllt und bleiben so an ihrem Platz.

 

2. Einfluss vegetatives Nervensystem

Jeder Knochen, jeder Muskel, alle Organe und selbst die Nerven sind von Faszien umhüllt. Es gibt keinen Anfang und kein Ende, denn es handelt sich um ein nahtlos ineinander übergehendes, hauchdünnes Geflecht. In diesem Gewebe finden sich zahlreiche Nervenenden des symphatischen Nervensystems. Das heißt im Klartext, dass sich die Faszien und das vegetative Nervensystem gegenseitig beeinflussen. Wir haben hierüber keine Möglichkeit es bewusst zu steuern, so regelt es lebenswichtige Körperfunktionen weitestgehend selbständig: Atmung, die inneren Augenmuskeln, Verdauung und andere Organfunktionen.

 

3. Aufgaben der Faszien im Körper

Das Fasziengewebe hat noch weitere Funktionen zu erfüllen, nicht nur die Verschiebung einzelner Schichten und das Zusammenhalten am richtigen Ort. Das Lymphsystem fließt zwischen den Faszien. Darin werden vor allem Abbauprodukte und Giftstoffe transportiert um ausgeschieden zu werden. Jede Muskelbewegung sorgt für einen gleichmäßigen Fluss, da die Lymphe selbst keine Muskeln oder anderen Antrieb hat. Ein Grund für verklebte Faszien (das bereitet dann auch die Beschwerden) wird durch Lymphstau an dieser Stelle ausgelöst. Der Zusammenhang besteht wohl durch das Fibrinogen (Blutgerinnungsfaktor), der in der Lymphflüssigkeit als gelöster Stoff vorkommt. Durch Gerinnung entsteht dann die Verklebung.

 

4. Innere Anspannung erhöht Verletzungsgefahr

Stress und innere Anspannung können die Grundspannung in den Faszien erhöhen. Wogegen Gelassenheit die Körperspannung senkt. Der Zusammenhang erklärt sich aus den Funktionen des vegetativen Nervensystems und dessen Wirkung auf die Faszien. Bewegung besteht immer aus Anspannung und Entspannung, funktioniert die Entspannung nicht mehr ordnungsgemäß, geht die Beweglichkeit verloren (oft auch schon in jungen Jahren). Das erklärt auch, warum bei ungeübten Menschen ungewohnte Bewegungen (Beginn einer Sportart / Umzug) schnell zu einer Verstauchung oder Muskelzerrung führen.

 

5. Schlaue Krafterzeugung

Auf Werbeplakaten der Fitnessstudios sieht man gestählte Menschen mit knallharten Muskelpaketen. Doch nicht die Muskeln allein sind für Krafterzeugung zuständig. Ähnlich bei einem Gummiband, das man zieht und loslässt verhält es sich bei den Faszien auch. Durch Bewegung kann eine Dehnspannung erzeugt werden, welche an den Körper und die Muskeln weitergeleitet werden. Diese verstärken dann die Kräfte um ein Vielfaches. Eigentlich logisch erscheint der Zusammenhang, dass mehr Kräfte mit erzeugt werden können, je elastischer die Faszien sind. Genau diese Beweglichkeit wird bei klassischer Gymnastik und Yoga verbessert. Speziell für das Faszientraining wurde die Blackroll entwickelt.  

 

Netz Faszie Schmerztherapie Heilpraktiker Feldkirchen München Ost

6. Grosses Fasziennetz

Wie oben erklärt, stehen alle Faszien im Körper als großes Netz miteinander in Verbindung und Spannungen und Unbeweglichkeiten können in andere Körperteile übertragen werden. Deshalb reicht es oft nicht aus nur die Spannungen im schmerzhaften Körperbereich zu lösen.

 

 

7. Dick, verdreht und entzündet

Man ahnt bereits bei diesen Attributen,

dass es sich um nichts Gutes handeln kann.

Oben wurde beschrieben wie sich gesunde Faszien anfühlen und welche wichtigen Aufgaben sie erfüllen. Krankhafte Veränderungen zeigen sich durch Verklebungen, welche sich auch als verdickte Stellen, ertasten lassen. Oder sie verdrehen oder verformen sich. Und wenn die Flexibilität verloren geht, entstehen kleine Mikro-Risse. Diese Verletzung können einen potenziellen Entzündungsherd darstellen.

 

Fazit:

Das Gebiet ist noch relativ neu in der Erforschung. Behandlungsformen zielen schon länger zumindest indirekt auf die Faszien ab. Aufgrund dieser Forschungsergebnisse unter anderem durch Robert Schleip in Ulm (Video) oder Stephen Typaldos USA lassen sich die Faszien wesentlich gezielter behandeln und trainieren.

 

 

 

 

 

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