Glutenunverträglichkeit

Was ist Gluten?

Unter Gluten versteht man das Klebereiweiß, welches in vielen Getreidesorten ein natürlicher Bestandteil (Weizen, Roggen, Hafer, Gerste, Dinkel, Grünkern) ist.

Zum besseren Verständnis, woher die Problematik rühren könnte, ein kleiner geschichtlicher Exkurs:

In einer Zeit, als es weder Landwirtschaft noch Ackerbau gab, fand dieser Urmensch auf seinen Streifzügen ab und an etwas Ur-Getreide (Emmer). Später entwickelten sich Anbauflächen und Getreide, im speziellen Weizen wurde zu einem Grundnahrungsmittel. Dennoch war dieser Ackerbau mit ursprünglichem Saatgut und im kleinen Rahmen, im Einklang mit der Natur.

Heutzutage sieht die Sache anders aus. Das Saatgut wurde zwar nicht offiziell Genmanipuliert, unterlag aber in den letzten Jahrzehnten einigen Züchtungen, ohne dabei die auswirkungen auf den Menschlichen Organismus zu berücksichtigen. Der Glutengehalt, der im Ur-Getreide niedrig war, ist allen in den letzten Jahren um 30-40 % gestiegen. Dazu kommt die technische Möglichkeit Gluten separat zu nutzen. Das heißt im Klartext, dass in vielen Gebäcksorten (vor allem bei nicht handwerklich hochwertig produziertem Gebäck) zusätzlich Gluten beigemischt wird, um die Klebeeigenschaften zu verbessern. Außerdem wurden die Getreidesorten so gezüchtet, dass sie schnell und ergiebig wachsen, aber ohne die speziell abgestimmten Dünge- und Pestizidmischungen nicht lebensfähig wären.

Alle diese Faktoren tragen dazu bei, dass die Darmschleimhaut erkrankt. Für mich ist ungeklärt ob zuerst das Gluten nicht mehr vertragen wird oder durch die Einflüsse die Schleimhaut so negativ reagieren (muss).


Unter dem Namen Glutenunverträglichkeit verbergen sich einige verschiedene Ausprägungen:

  • Zöliakie / Sprue
  • Glutensensitivität
  • Weizenallergie

Interessant ist auch die Tatsache, dass man in jedem Lebensalter und ohne Vorwarnung erkranken kann. Oft wird die Zöliakie als Erkrankung des Kindesalters angesehen, mittlerweile entwickeln aber auch viele Menschen mittleren oder noch späteren Alters Symptome verschiedenster Art:

  • Schizophrenie
  • Depressionen
  • Dermatitis
  • Müdigkeit
  • Migräne
  • Autoimmunerkrankungen (z. B. Hashimoto)
  • Rheumatoide Arthritis
  • Diabetes mellitus
  • Reizdarm
  • Gewichtsabnahme
  • Gewichtszunahme
  • Blutarmut
  • Durchfall
  • Bauchkrämpfe / Blähungen

Da ist es nicht verwunderlich, dass diese Beschwerden in erster Linie nicht auf das Gluten zurückgeführt werden. Wird die Darmschleimhaut, unter anderem vom Gluten angegriffen, bilden sich kleine (nicht sichtbare) Löcher. Durch die können Stoffe, die im Darm verbleiben sollten, in den Organismus geraten. Dort fängt das Immunsystem an zu kämpfen. Diesen Prozess beziehungsweise die durchlässige Darmwand nennt man Leaky gut.


Meist kommt man der Ursache des Glutens auch nicht auf die Spur, da es täglich gegessen wird.

Man geht davon aus, dass ab Leidensbeginn bis Diagnosestellung 11 Jahre vergehen. Jedoch nur, wenn es sich um eine Zöliakie handelt. Die Diagnostik dazu ist gängig, im Gegensatz zu den anderen Unverträglichkeiten. Diese bleiben oft für immer unentdeckt.


Wie kann man heraufinden, ob Gluten die Ursache ist?

Einfach weglassen und beobachten. Das ist die Do-IT-Yourself-Lösung. Wird es dann nach einer längeren Zeit wieder konsumiert, passt man auf die Symptome auf.

Mehr Sicherheit bekommt man allerdings durch Labordiagnostische Testverfahren. Hierbei sollte auf jeden Fall eine Magen-Darmspiegelung gemacht werden um eine klassische Zöliakie auszuschließen.

Für die Unverträglichkeit gibt es Antikörpertestungen.

Darf ich nie wieder Gluten essen?

Ja und Nein. Liegt eine sicher diagnostizierte Zöliakie vor, hilft es ausschließlich den Rest seines Lebens einen großen Bogen um glutenhaltige Nahrung zu machen! Und Sie werden auch dankbar sein, dass Sie endlich wissen welche Lebensmittel Ihre vermutlich schlimmen Beschwerden auslösen.

Vorsicht: Auch in Lebensmitteln, in denen man niemals Gluten vermuten würde, kann es (zumindest in Spuren) enthalten sein. Und bei Kosmetik und Zahnpasta sollte man auch auf der Hut sein.

 

Handelt es sich um eine Unverträglichkeit, hilft es den Darm in Ordnung zu bringen, die Darmwand zu verdichten und eventuelle Nährstoffmängel zu beseitigen. In dieser Zeit muss natürlich das Lebensmittel, auf das man reagiert (Gluten), absolut gemieden werden.

Anschließend sollte man trotzdem vorsichtig damit umgehen, aber die persönliche Toleranzgrenze kann eventuell gesteigert werden.

Glutenersatzprodukte als Alternative?

Absolut positiv empfinde ich eine neue Ära der Auszeichnung der Lebensmittel und Zusatzstoffe. Manche Kantinen, Restaurants und Lebensmittelhersteller kennzeichnen Ihre Produkte mittlerweile auf fragliche Inhaltsstoffe oder typische Allergieauslöser. Das macht es dem Betroffenen etwas leichter.

Was liegt also näher, als in den Bioladen zu gehen und sich einzudecken mit Waren aus der "Glutenfrei" Abteilung. Aus meiner Sicht wurde hier leider nur ein neuer Industriezweig gefunden um Fertignahrungsmittel an den Mann oder die Frau zu bringen.

Die grundsätzlichen Inhaltsstoffe setzen sich nach wie vor aus Rohstoffen zusammen, die teilweise mehr als Fragwürdig sind.

Produkte aus Reis sind aus Glutensicht unbedenklich.