Nährstoff- und Infusionstherapie


"Du bist, was du isst!"Ludwig Feuerbach“ (1804-1872) Wer kennt dieses berühmte Zitat nicht.

Daher kann man sich einfach vorstellen, dass Nahrung und die darin enthaltenen Nährstoffe nicht nur dazu dienen uns satt zu machen, sondern der Körper benötigt die Inhaltstoffe als Bausteine.

Heilung ist möglich

In etwa alle 7 Jahre bildet sich der gesamte Körper neu. Man weiß, dass sich die verschiedenen Gewebeformen in unterschiedlicher Zeit wieder komplett neu bilden.

So versteht man auch, wieso sich eine krankhafte Leber wieder komplett regenierieren kann. Man braucht nur neue Signale, aus denen der Körper neue, gesunde Zellen bauen kann.

Manchmal erreicht man mit den eingesetzten Mitteln nur Linderung, manchmal können Prozesse auch komplett rückgängig gemacht werden. Das hängt von der persönlichen Situation ab.

Doch wenn man weiß, dass der Körper sich immer wieder regenerieren kann, darf man nicht aufgeben! Auch mental nicht.

Kurzüberblick über Nährstoffgruppen


Fette


Es gibt fettes Obst und Gemüse wie Oliven und Avocado. Andere Fette stecken in Nüssen und Samen sowie Milchprodukten.

Beispiele:

  • Olivenöl
  • Butter
  • Sahne
  • Kokosnussöl
  • Sonnenblumenöl

Geschmack, Aussehen und geeignete Verarbeitung unterscheiden sich maßgeblich.

Auch die Wirkung auf den Körper ist unterschiedlich je nach Sorte.

Wichtig sind Fette vor allem für die Hirnleistung, denn das Gehirn besteht zum Großteil aus Fett und bezieht daraus einen Teil seiner Nahrung.

Und wer seinen Cholesterinspiegel senken möchte, sollte mehr vom richtigen Fett aufnehmen.

Eiweiße


Eiweiße werden auch als Proteine bezeichnet. Die einzelnen Bestandteile nennt man Aminosäuren.

Eiweißreiche Lebensmittel:

  • Eier
  • Käse
  • Fisch, Fleisch
  • Hülsenfrüche

Für jeden "Neubau- oder Reparaturprozess" benötigt der Körper ausreichend Aminosäuren als Baumaterial. Ebenso für die Abwehr, da auch diese Zellen aus Eiweiß gebildet werden.

Doch die eiweißreichen Inhaltsstoffe eines Lebensmittels stellen auch häufig Stoffe dar, auf die Personen allergisch reagieren.

Kohlenhydrate


Kohlenhydrate sind die Nahrungsbestandteile, die im Stoffwechsel zu Glukose (Zucker) umgewandelt werden.

Je nach Sorte geht das schneller oder langsamer.

Beispiele:

  • Nudeln
  • Brot
  • Kartoffeln
  • Zucker
  • Reis
  • Obst
  • Gemüse
  • Salat

Wird dauerhaft zuviel Glukose zugeführt, kann dies dazu führen, dass die Zellen ihn nicht mehr richtig verstoff-wechseln können (Ursache Diabetes II). Die Leber speichert überflüssigen Zucker für schlechte Zeiten. Wird es zuviel, kann die Leber verfetten.




Ich ernähre mich ausgewogen, da sollte ich doch gut versorgt sein

Eine abwechslungsreiche, den eigenen Unverträglichkeiten angepasste Ernährung mit viel Gemüse, ausreichend Proteinen und guten Fett-Quellen bildet die Grundlage.

Vielleicht gibt oder gab es aber Umstände, dass die Ernährung noch nicht immer optimal war (es lauern Versuchungen an jeder Ecke) oder durch Krankheit oder erhöhtem Stress zu viele Nährstoffe verbraucht werden.

Kommen dauerhaft zu wenig Nährstoffe aus der Nahrung an (mögliche Ursachen können auch Resorbtionsstörungen im Darm sein) und wird gleichzeitig übermäßig viel verbraucht (ein nicht zu unterschätzendes Beispiel ist Sport), landet man mit seinem persönlichen Vorrat im Minus.

Daran stirbt man nicht gleich, doch der Körper kann nicht mehr alle seine Funktionen optimal bedienen. Zuerst ist das Überlebenswichtige an der Reihe, anschließend kommt das, wofür noch Kapazität übrig ist.

Kann ich spüren, ob bei mir ein Defizit vorliegt?

Jein. Es gibt keinen direkten Parameter um Nährstoffmängel zu spüren. Doch folgende Symptome können oft recht eindeutig damit in Verbindung gebracht werden:

  • Chronische Schmerzen
  • Degenerative Erkrankungen
  • Infektanfälligkeit
  • Allergien
  • Chronische Müdigkeit
  • Psychische Symptome

Gibt es eindeutigere Lösungen das herauszufinden?

Bei manchen Stoffen bietet sich auf jeden Fall eine Laboruntersuchung an. Bei Verdacht auf Vitamin D oder Eisenmangel sollte man ganz sicher gehen, an welchem Punkt man steht. Aber auch viele andere Parameter lassen sich einfach messen. Doch nicht alles muss herausgefunden werden, da passt die Kosten-/Nutzen-Rechnung nicht zueinander.

Wenn mir Nährstoffe fehlen, was kann ich tun?

In erster Linie auf eine ausgewogene und Nährstoffreiche Ernährung achten. Tun Sie sich etwas gutes und verwöhnen Sie sich mit frischen, lecker zubereiteten Zutaten.

Reicht dies allein nicht aus...

Lassen Sie sich sinnvollerweise Beraten.

Der Markt an Nahrungsergänzungsmitteln ist groß und unüberschaubar. Jedes Mittel wird als DAS Wundermittel angespriesen. Es gibt zwar nur wenige Mittel, die man nicht unbedingt überdosieren sollte z. B. Selen. Doch wäre es schade, wenn Sie zuviel Geld ausgeben für Dinge, die sie vielleicht gar nicht gebraucht hätten, oder in zu niedriger Dosis (dann kommt der gewünschte Effekt oft spät oder nie) oder wenn es sich um schlechte Qualität handelt.

Im Einzelfall muss entschieden werden, was für Sie am sinnvollsten ist. Die Nährstoffe werden meistens oral (z. B. bei Krill-Öl auch nicht anders möglich) gegeben.

Warum bieten Sie auch Infusionen in der Praxis an?

Situationsabhängig kommt man oft an einer Infusionstherapie nicht vorbei. Vielleicht möchte der Patient nicht so viel oral einnehmen oder er vergisst es häufig oder es sind sehr hohe Dosierungen nötig, die oral nicht sinnvoll sind. Man muss sich immer vor Augen halten, wenn man etwas über den Verdauungstrackt aufnimmt, müssen die Schleimhäute einwandfrei arbeiten, um alles resorbieren zu können. Bei der Infusion ist man schneller, direkter und in höherer Dosierung dort, wo das Mittel gebraucht wird.

Hier ein praktisches Beispiel:

Bei Ihnen wurden im Labor einige Mangelerscheinungen gemessen sowie eine beeinträchtigte Zellfunktion. Sie nehmen ein paar Nährstoffe oral ein und bekommen Infusionen.

Diese enthalten Aminosäuren, B-Vitamine, Spurenelemente und Schwefelverbindungen in physiologischer Zusammensetzung. Der Körper kann diese direkt in seinem Stoffwechsel verwerten.

Ich möchte aber nicht noch mehr Medikamente einnehmen

Genau dieser Meinung bin ich auch, deshalb betrachten Sie die Nährstoffe bitte nicht als Medikamente. Denn das sind sie auch nicht. Es ist Nahrung! Nur spezieller und direkter. Und kann daher auch kein Ersatz für eine gute Lebensweise darstellen. Um aber ein Gleichgewicht wieder in Gang zu setzen oder um unterstützend einzugreifen, sind diese Nährstoffe ein tolles Hilfsmittel.

Heilen kann nur der Körper sich selbst, wenn er das richtige Baumaterial und die richtigen Informationen in sich trägt.