Spezial Laboruntersuchungen


Diese Übersicht über Laboruntersuchungen soll Ihnen zeigen, dass es in manchen Fällen sinnvoll sein kann über die Standard-Labor-Diagnostik hinaus Tests durchzuführen. Sei es um den Behandlungsverlauf einschätzen zu können oder um überhaupt auf die ursächlichen Spuren von chronischen Beschwerden zu kommen. Hier reichen die Basislaborparameter oftmals leider nicht aus.

Diese und weitere Untersuchungen führe ich in meiner Praxis durch.

Sprechen Sie mich gerne an.


Stuhlanalyse

Hier wird eine Stuhlprobe ans Labor geschickt um Aussagen zu folgenden Parametern zu erhalten:

  • Besiedelungsanzahl mit guten und nicht so guten Darmkeimen
  • Pilze
  • Pankreasenzyme
  • Verdauungskraft
  • Durchlässiger Darm
  • Entzündungszeichen

Pilzbelastungstest

Wird eine Pilzbesiedelung (z. B. Candida) im Stuhllabor nachgewiesen, heißt das nicht automatisch, dass dieser negativ zu bewerten ist. Üblicherweise hat jeder Mensch eine gewisse Pilzbelastung. Sollte diese allerdings überhand nehmen, nehmen auch die Stoffwechselprodukte des Pilzes zu und überfordert den Organismus mit teils diffusen Symptomen, die über jucken am After weit hinausgehen. Mit einem Urintest kann herausgefunden werden, ob man unter einem behandlungsbefürtigem Pilzbefall leidet:

  • D-Arabinitol

Leaky gut / Durchlässiger Darm

Warum eine Darmschleimhaut durchlässig werden kann und weshalb das nicht so gut ist, wenn man seine Gesundheit erhalten möchte, können Sie gerne hier nachlesen.

  • Alpha-1-Antitrypsin (ist in dem Zusammenhang der bekannteste Wert, Teil der Stuhlanalyse)
  • Lactulose-Mannitol-Test (wird leider nicht mehr angeboten)
  • Zonulin (das ist im Moment der aussagekräftigste Wert, Stuhl oder Blut)

 


Lactosetest

Lactoseintoleranz ist mittlerweile recht gut bekannt. Entweder macht man einen unkomplizierten Atemtest (vorherige Karenzzeit, dann wird Lactose verabreicht, anschließend der Atem in einem Gerät aufgefangen) oder man probiert es selbst.

Dafür lässt man jegliche Milchprodukte 1 Woche lang weg und trinkt anschließend 500 ml. Treten dann Reaktionen auf, kann man von Lactoseintoleranz ausgehen.

Allerdings sollte man bei der Milch nicht vergessen, dass auch häufig Milcheiweissunverträglichkeiten auftreten. Diese findet man mit diesem Test nicht heraus.


Fructosetest

Fructose ist der Fruchtzucker, der in Obst vorkommt. Allerdings ist er auch in Gemüse, Haushaltszucker und vor allem künstlich hergestellten Lebensmitteln und Getränken enthalten "...die natürliche Süße aus Früchten".

Hier erhält man am ehesten Klarheit ob man Intolerant ist über einen Atemtest.


Glutentest

Da mittlerweile auch die Industrie erkannt hat, dass die Zahl der Menschen die sich Glutenfrei (Klebereiweiss) ernähren müssen stetig steigt, gibt es genug Alternativprodukte. Ob die allerdings empfehlenswert sind, können Sie gerne hier lesen.

Die Diagnosestellung im Bezug auf Gluten ist nicht ganz einfach:

  • Darmspiegelung (Zöliakie kann so erkannt werden, da die Zotten im Dünndarm verkümmern)
  • Antikörper

Aber natürlich kann auch hier der Versuch gestartet werden, Gluten für einige Zeit weg zu lassen und dann wieder einzuführen. Bei Zöliakie wird hier ein sichereres Ergebnis raus kommen, als bei einer Unverträglichkeit.

 


Histaminintoleranz

Da es sich bei der Histaminintoleranz nicht um ein angeborenes Problem handelt, gibt es Möglichkeiten den Verlauf positiv in Richtung Heilung zu beeinflussen. Allerdings gehört dazu viel Verstehen und Disziplin.

Diagnostisch kann man durch Auslassdiät dem Thema auf die Spur kommen. Allerdings funktioniert das meines Erachtens nur wenn jemand klar auf die Histaminbomben (Rotwein, alter Käse) reagiert.

Ansonsten bleiben folgende Tests:

  • Histamin im Stuhl
  • Histamin im Urin
  • DAO (Diaminoxidase = Histaminabbauendes Enzym)
  • Flora-Status Stuhlprobe

Nahrungsmittelunverträglichkeiten Spätreaktion

Wie sich Nahrungsmittelunverträglichkeiten unterscheiden und was dahinter steht, lesen Sie bitte hier nach.

Sollte es bei Ihnen Indizien geben, die für Unverträglichkeiten sprechen, teste ich diese mit einem speziellen Bluttest. Hierbei werden ca. 300 Lebensmittel mit dem persönlichen Blut geprüft.

Bei meinen Patienten spüre ich oft eine gewisse Erleichterung, endlich eine genau auf sie zugeschnittene "Anleitung" zu haben. Vorher war vielleicht nur ein vages Gefühl, dass einem nicht jedes Lebensmittel gut tut. Da die Reaktionen meist mehrere Tage auf sich warten lassen, kann man sie oft nicht auf ein bestimmtes Lebensmittel zurückführen.


Stressdiagnostik allgemein

Jeder hat Stress in gewisser Weise. Ruhephasen sind notwendig um dies wieder auszugleichen. Reichen diese Pausen allerdings nicht mehr aus um sich zu regenerieren oder wird das Bedürfnis einfach mal abschalten zu dürfen über einen längeren Zeitraum ignoriert, kann man sich irgendwann auch nicht mehr erholen und der Weg führt Richtung Burn-Out.

Um herauszufinden, ob das die Ursache ist und vor allem wie weit Fortgeschritten dieser Prozess bereits ist, bieten sich folgende Parameter an:

  • Cortisol & DHEA im Tagesprofil (Speichelhormone)
  • Adrenaler Stressindex (Speichel)

Zum Verständnis: Die Nebenniere produziert Hormone, die uns helfen mit Stress umzugehen. Wie jede Drüse reagiert sie auf dauerhafte Überforderung mit Erschöpfung (Hormone nur noch in geringer Zahl produziert).


Neurostress

Auch dieses Testverfahren gibt Auskunft über die Arbeitskraft und Regulation der Nebennieren.

  • Serotonin
  • Adrenalin
  • Noradrenalin
  • Dopamin

Sind diese Werte auffällig, gehen Sie häufig mit Symptomen wie geringe Stresstoleranz, Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, Antriebsschwäche und Schlafproblemen einher.


Oxidativer Stress

Oxidation und Antioxidation gehören zum Leben. Gerät allerdings das Gleichgewicht ins Wanken, also kommt es vermehrt zu Oxidation als Antioxidantien zur Verfügung stehen, kommt es zu vielfältigen, meist unspezifischen Symptomen.

  • AOC (Antioxidative Kapazität) kann im Blut gemessen werden

Außerdem könnten auch Blutfette oxidieren. Dies zählt zu den Hauptrisikofaktoren für Arteriosklerose.

  • ox-LDL



Nitrosativer Stress

Diese Art der Stoffwechselentgleisung ist in der Forschung noch relativ neu, doch aus der Alternativen Schmerztherapie bereits jetzt schon nicht mehr wegzudenken. Durch vielfältigste Auslöser (virale Infektionen, körperlicher / psychischer Stress / Trauma, Nahrungsmittelunverträglichkeiten, chemische Belastung...) wird übermaßig viel Stickstoffmonoxid produziert (NO/ONOO). Schnell sind die körpereigenen Ressourcen um das Kampfgas unschädlich zu machen aufgebraucht und ein "sich-selbst-erhaltender" Teufelskreis beginnt. Zusammendfassend lässt sich sagen, dass vor allem bei den schmerzhaften Beschwerden fast immer NO-Gas eine Rolle spielt.

  • Urintest auf Nitrostress

Kryptopyrolurie

Normalerweise scheidet die Niere Flüssigkeit, Gifte und Säuren aus. Durch einen Defekt, diesen nennt man Kryptopyrollurie(KPU), kann es jedoch dazu kommen, dass auch Nährstoffe ausgeschieden werden, die eigentlich zurückgehalten werden sollen.

Hierbei handelt es sich um Vitamin B6, Zink und Mangan.

Man kann sich vorstellen, dass weitreichende Störungen entstehen können (u.a. ADS, Haut, Schilddrüse, Psyche), denn diese Stoffe sind für den Stoffwechsel unverzichtbar.

Der Test wird unkompliziert mit einer Urinprobe durchgeführt.


Schwermetalle

Vor (Schwer-)metallen und Umweltgiften kann sich heutzutage niemand schützen. Jeder ist einer anderen Konzentration ausgesetzt (Zahnfüllungen) oder im privaten oder beruflichen Umfeld damit konfrontiert. Der eine kommt damit relativ gut zurecht, der andere eher weniger. Das ist von vielen Faktoren abhängig.

Würde man eine einfache Blut- oder Urinuntersuchung machen, würden wenige Metalle gefunden werden. Da diese fest in der Zelle oder im Gewebe sitzen und dort Stoffwechselwege blockieren.

Die Untersuchung findet folgendermaßen statt:

  • Infusion mit EDTA (Chelatbildner)
  • Infusion mit DMSA (Chelatbildner)
  • Infusion mit Alpha-Liponsäure
  • Anschließend wird Ihr Urin gesammelt und eine Probe davon ans Labor verschickt

Mit dieser Vorgehensweise gibt man Mittel, die in der Lage sind Schwermetalle zu lösen. Anschließend fängt man diese auf und untersucht im Urin welche und in welcher Konzentration diese vorhanden sind. Die verschiedenen Chelatbildner werden benutzt, da sie in unterschiedlichen Gewebetypen wirken. (Vorgehensweise auch oral möglich).


Hormondiagnostik

  • Speichelhormone Frau: Östradiol, Progesteron
  • Speichelhormone Mann: Testosteron
  • 16-alpha-hydroxi-Estradiol (spezieller Wert)

Vitamin D

Vitamin D könnte auch beim Standard-Labor stehen, denn der Hausarzt könnte das auch problemlos testen. Tut er aus verschiedenen Gründen aber meist nicht.

Bei Müdigkeit, Infektanfälligkeit, Muskelschmerzen, Arthrose... sollte grundsätzlich an Vitamin D gedacht werden und der Spiegel im Blut gemessen werden.


hochsensitives CRP

Bei der Standardlabordiagnostik habe ich schon über das Thema "Entzündungsmarker" berichtet.

Üblicherweise wird der Wert "CRP" gemessen. Das "C-reaktive Protein" erhöht sich bei Entzündungen.

Allerdings gibt es auch das hochsensitive CRP, welches einfach früher anschlägt und damit aussagekräftiger ist.


Thiole

Schwefel wird im menschlichen Organismus vor allem für den Eiweißstoffwechsel und die Entgiftung benötigt. Daher werden auch Schwefelbäder in Thermen häufig als lindernd bei Schmerzen oder Hauterkrankungen empfunden.

Wird zu wenig aufgenommen und / oder zu viel verbraucht, entsteht ein Defizit. Die Schwefelkonzentration kann einfach im Blut gemessen werden.

  • Thiole

Vitamine

Nicht immer ist es sinnvoll viele Vitamine im Blut zu messen. Ausnahmen bilden auf jeden Fall Vitamin D und B12 (Nitrostress).

Alle anderen Vitamine sollte versucht werden mit einer ausgewogenen Ernährung und einer gesunden Darmschleimhaut aufgenommen zu werden. Im Bedarfsfall kann aber natürlich auch gemessen werden.


Mineralstoffe (Vollblut)

Mineralstoffe werden bei der Standarddiagnostik häufig im Serum gemessen. Das macht auch in sofern Sinn um eine akute (bedrohliche) Elektrolytverschiebung zu erkennen.

Bei chronischen Verläufen sind diese Ergebnisse aber nicht aussagekräftig. Von Interesse ist ausschließlich welche Konzentration sich in den Zellen befindet. Denn nur damit kann die Zelle arbeiten.

  • Magnesium
  • Eisen
  • Kupfer
  • Zink
  • Selen

Mitochondriopathie

Was eine Mitochondriopathie ist, habe ich ausführlich an dieser Stelle beschrieben. Es handelt sich dabei um eine Störung der Zellfunktion und Zellatmung mit weitreichenden Folgen.

  • LDH-Gesamt
  • LDH-Isoenzyme
  • ATP (intrazellulär)